Fliesen & Platten Teil 2

Zu unserer provokanten Überschrift: „ist das Fliesenlegerhandwerk überhaupt noch zurechnungsfähig“ sei eines gesagt: dort, wo nicht mit Argumenten gekämpft werden kann, weil sich niemand der Anwesenden mit diesen auseinandersetzen möchte, muss man polarisieren, um auf sich aufmerksam zu machen. Wir sagen: „natürlich ist das Fliesenlegerhandwerk noch zurechnungsfähig, aber das Fliesenlegerhandwerk besteht nicht nur aus ein paar gewachsenen Betrieben, die seit der Nachkriegszeit bis heute von den Großeltern und Eltern der heutigen Inhaber aufgebaut und an diese übergeben wurden. Natürlich ist es eine Leistung, einen alteingesessenen Betrieb weiter zu erhalten, aber ist es nicht eine ebenso beachtliche Leistung, etwas von null aus dem Boden zu stampfen, um dem sozialen Netz, der Schwarzarbeit oder dem Nichtstun zu entkommen? Ist es keine Leistung die heutigen

 

Einstiegshürden zu überwinden und sich im Bauhandwerk selbstständig zu machen? Machen es sich die Altherrenbetriebe hier nicht ein bisschen zu einfach? Wer bedient denn die Solo Unternehmer mit Aufträgen – es sind auch diese Altherrenbetriebe, die sich in der Wiege der Unabhängigkeit wohl fühlen und sich die Solo Unternehmer holen möchten, wenn es die eigene Auftragslage verlangt. Wer spart sich denn durch Solo Unternehmer SoKa Bau Beiträge, indem er seine Arbeitskräfte in der Vergangenheit outgesourced hat? Heute möchte weder die Politik, noch das Nachkriegshandwerk die Geister akzeptieren, die genau von diesen gerufen wurden. Es wurde eine Daseinsberechtigung für das junge Handwerk geschaffen und das gilt es zu akzeptieren.

Was das alte Handwerk nicht verstanden hat, ist, dass wir nicht nur gegen den Mindestbeitrag in Höhe von 900 Euro sind. Wir sind gegen das ganze Sozialkassensystem, wie es im Baugewerbe existiert. Es ist nicht mehr zeitgemäß, es stellt eine unglaubliche Hürde für junge Betriebe dar und es vernichtet Existenzen am laufenden Band.

Im Nachgang an unsere Gespräche in Köln sind bereits 2 weitere Verbände auf uns zugekommen und bieten eine sowohl politische, als auch wirtschaftliche Zusammenarbeit an. Dass der Verband IVEB hier nur sehr eng im Rahmen seiner eigenen Interessen, bzw. der Interessen seiner Mitglieder agieren wird, ist selbstverständlich. Über Details zu den Gesprächen werden wir in Absprache mit der Gesamtmitgliederversammlung und den Gesprächspartnern zur gegebenen Zeit informieren.

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