Fliesen & Platten Teil 3

als Deppen an der Kelle werden Soloselbstständige Fliesenleger in einem Video der Fachzeitschrift F&P bezeichnet. Eben diese Fachzeitschrift lud am gestrigen Tage sowohl den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des ZDB Herrn Harald Schröer (Jurist der SoKa) als auch unseren Referenten Herrn Manfred Loose nach Köln ein, um auf dem F&P Forum über das Pro und Contra des willkürlichen Zwangsbeitrages in Höhe von 900 Euro zu sprechen.

Zugegen waren schätzungsweise 200 Vertreter / Inhaber von größeren Fliesenfachbetrieben, sowie Vertreter der Industrie.

 

 

 

Herrn Harald Schröer wurde vom Veranstalter „Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG“ der Weg bereitet. Vor dem Auditorium wurden abwechselnd Fragen an unseren Referenten und im Anschluss an Herrn Schröer gestellt.

Herr Loose hat sich mit Geduld in seinen jeweils 60 Sekunden Redezeit zu technisch / rechtlichen & sozialen Bedenken unsererseits geäußert. Hier argumentierte er, dass von Seiten der SoKa Vertreter „sehr kreativ und wechselhaft“ mit der Wahrheit umgegangen wurde und wird. Herr Loose führte an, dass es alleine in den vergangenen Tagen drei unterschiedliche Erklärungen Herrn Schröers gab, wie der Zwangsbeitrag in Höhe von 900 Euro tatsächlich „berechnet“ wurde. Er unterstrich, dass wir davon ausgehen müssen, dass es sich um einen willkürlich festgesetzten Betrag handelt, dessen Sozialverträglichkeit nicht gegeben ist. Herr Loose beschrieb die Situation, dass der ZDB laut eigener Berechnung davon ausgehe, dass jeder Solo Unternehmer im Monat 4500 Euro verdienen würde, was absolut nicht der Realität entspricht. Laut Aussage des ZDB wurde der Zwangsbeitrag von 900 Euro Prozentual aus diesem absolut übertrieben und ebenfalls willkürlich festgesetzten Monatsverdienst berechnet.

Herr Schröer wollte nicht auf die Argumente des IVEBs eingehen. Der Vertreter des ZDBs machte es sich recht einfach, indem er die Argumente entweder mit der Behauptung: „das stimmt doch gar nicht“, oder mit nicht nachprüfbaren Floskeln im Sinne von: „selbstverständlich sind wir absolut transparent…“ abtat. Gerne trumpfte er mit der Aussage auf, dass die SoKa im Jahr 300 Millionen Euro für die Ausbildungsförderung verwende, jedoch war er nicht bereit, zu erklären, welche Einnahmen die SoKa tatsächlich insgesamt hat. Hierdurch wäre tatsächlich nachweisbar, wie groß der zu finanzierende Wasserkopf tatsächlich ist. Herr Schröer erklärte, dass man durch den nun gültigen Tarifvertrag rechtliches Neuland beschritten habe und selbst auf die von uns in die Wege geleitete gerichtliche Prüfung gespannt sei. Herr Schröer behauptete, dass 50 000 Solo Baubetriebe über den „Mindestbeitrag“ informiert worden seien und zum aktuellen Stand „so gut wie alle diesen Beitrag beglichen hätten.“ Weiter erklärte Herr Schröer, dass die Betriebe, die noch nicht bezahlt hätten in Kürze einen Mahnbescheid zugestellt bekämen. Er erklärte, dass jeder einzelne vor Gericht gezogen würde, da das unsolidarische Verhalten einzelner Betriebe nicht zu tolerieren sei.

Hierzu – insbesondere zum Thema Mahnbescheide u.a. gibt es umgehend weitere Informationen von uns an unsere Mitglieder. Dass weder die Zahlen, noch die Aussage, dass „so gut wie alle den Beitrag bezahlt hätten“ nicht der Wahrheit entsprechen können, bestätigen die unzähligen Mitglieder, die sich im Verband IVEB organisiert haben.

Dass der gestrige Tag und insbesondere die einstündige Podiumsdiskussion auf Grund des einladenden Unternehmens, dessen Verbindung mit der SoKa, dem ZDB und insbesondere mit Herrn Harald Schröer nicht einfach werden würde, war dem Organisationsteam des IVEB von vorne herein klar. Dass uns die rund 200 Fliesenleger – fast ausschließlich Fliesenlegermeister jedoch offen anfeinden würden, hätten wir nicht erwartet. Hintergrund ist, dass diese mittelständischen oder zumindest größeren Betriebe seit Jahrzehnten SoKa Bau Beträge zu bezahlen haben. Hieran wird sich auch nichts ändern können. Die größeren Unternehmen erwarten ganz offen eine Marktbereinigung. Von 60 000 in Deutschland angemeldeten Fliesenlegerbetrieben sollen 20 000 grundsätzlich ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Aus dem Auditorium wurde zunächst argumentiert, dass es hier lediglich um ausgleichende Gerechtigkeit ginge. Die Aggressivität gegenüber den Solo Unternehmern und dem IVEB als Vertreter der Solo Unternehmer stieg bis zur Aussage an, dass ein Fliesenlegermeister, der laut seiner eigenen Aussage 2 bis 4 Lehrlinge jährlich ausbilde erklärte, er wünsche sich, verhaftet, bzw. festgehalten zu werden, da er sich ansonsten wohl „auf Grund der Scheiße, die Herr Loose als Vertreter des IVEB von sich geben würde“ nicht länger beherrschen könne. Für diese Aussage gab es meisterlichen Applaus der versammelten Fliesenlegermeister.

Fragen unsererseits bezüglich fehlender Ausbildungswilliger für das Fliesenlegergewerbe, bzw. Fragen zur Sozialverträglichkeit des Zwangsbeitrages für Frührentner u.a. wollte man uns nichtmehr beantworten.

Grundsätzlich sind wir sehr enttäuscht, dass wir am gestrigen Tage nicht die Professionalität und auch nicht die Diskussionsbereitschaft erfahren haben, die wir uns gewünscht hätten. Der IVEB hat sich, das Anliegen seiner Mitglieder und insbesondere die angesprochene Problematik die der Zwangsbeitrag mit sich bringt vorgestellt. Wir haben es das erste Mal geschafft, Auge in Auge mit dem relevanten Vertreter des ZDB & der SoKa auf der Bühne zu stehen und wir haben hierdurch bewiesen, dass wir nicht die „Gurkentruppe“ sind, von der man sich an anderer Stelle wünscht, dass wir sie wären. Der IVEB hat vertreten durch Herrn Loose und Herrn Petershöfer sein Ziel erreicht, welches war, zu zeigen: HIER SIND WIR!

Die Gegenveranstaltung des IVEB wird in den nächsten 14 Tagen hier auf unseren Seiten angekündigt.

Für diesen Artikel wird in den kommenden 48 Stunden eine erklärende Fortsetzung erscheinen.

Beste Grüße

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  • Vorsicht bei der Wortwahl. Der IVEB ist für meine Begriffe eine Art Protestvereinigung. Es muß ganz klar, kurz und knapp herausgestellt werden worum es geht. Aber genau so wichtig ist, das die Sympatisanten und die Mitglieder des Verbandes nicht gegeneinander aufgerieben werden, dann freut sich der Dritte, die Soka.
    Ich bin Jahrgang 63 seit 1992 selbstständiger Fliesenlegermeister. Seit ca dem Jahr 2000 bin ich allein tätig. Ich bin sozusagen auch ein alter Herr, habe jedoch keine Firma geerbt oder übernommen und liege auch in der Schublade "Soloselbsständige".
    Der Punkt an diesem Vorwurf den "alteingesessenen" Betrieben gegenüber ist nur zum Teil berechtigt. Es gib auch, gerade im Osten, genügend jüngere Betriebe mit mehreren gewerblichen Mitarbeitern.
    Der Vorwurf kann nur lauten das diese Betriebe durch ihre Mitgliedschaft in Innungen und der Handwerkskammer automatisch über die Dachverbände und letztlich dem ZDH dieses Gesetz mit der SPD Nales ausgehandelt haben um dem verlangen der Soka nach mehr Geld nachzugeben. Die Lehrausbildung, die ja eine der sagenhaft besten der ganzen Welt sein muß, wird ja von der Hanwerkskammer organisiert. Die Soka finanziert diese über Umlagen mit. Also auch die Berufsausbildung hat sich zu einem Monster entpuppt (Berufschulzentren, überbetriebliche Ausbildungsstätten usw. Kosten, Kosten und nochmals Kosten. Da gehn die Betriebe nicht ran, weil das alles ein einziger Sumpf ist. Einer schiebt den schwarzen Peter zu anderen. Da ist der Deal mit der Abgabe Ideal, nicht war? Ein riesen Topf wo sich alle erst mal wieder satt fressen können, bis auf weiteres.
    Es geht nur um Politik. Der einzelne Mensch ist nichts Wert in dieser Gesellschaft, in diesem Staat, in dieser Globalisierung. Von vielen einzelnen Menschen kann man viel mehr erpressen als von einem oder mehreren besser Verdienenden, nach dem Slogan: die Masse machts.
    Den "Großen" (größer, höher,weiter) reicht es nicht das ein paar Deppen versuchen ihre Existenz eigenverantwortlich auf die Reihe zu bekommen, sondern die möchten das auch diese Deppen dazu beitragen das bunte treiben der "Großen" mit zu finanzieren. Mit finanzieren in einer Art und Weise wie es diesen Mächtigen gerade mal in den Sinn kommt. Dabei tun sie alles um Ihren mittelalterlichen Machenschaften den Anschein einer modernen Dermokratischen Ordnung zu verleihen. Da machen die weniger mächtigen eben mit, weil es sie selbst nicht betrifft. Jeder ist sich selbst der nächste. Keinen interessiert es, das er schon morgen auch dran sein kann und von diesen Räubern überfallen wird.
    Deswegen ganz klar, der Gegner ist das System. Natürlich wird das System von Menschen gemacht und vertreten. Diese verstecken sich hinter dem System.
    Jeder versucht das meiste für sich herauszuholen aus diesem System. Hier wurde eine Grenze überschritten, in dem eine Abgabe erhoben wird deren Verwendung nicht nachgewiesen wird und der Einmannunternehmer nicht im geringsten an deren Verwendung daran teil hat. Es muß nachgewiesen werden das dieses Vorgehen rechtswiedrig ist. Es wäre wünschenswert das alle Betroffenen Handwerker, Sympatisanten und vor allem auch Kunden dies nach außen demonstrieren. Auch ich bin der Meinung das die SOKA so Überflüssig ist wie ein Kropf.

  • PS: Die Zeitschrift Fliesen und Platten kostet im Jahr 217€/Jahr. Mach doch eine Umfrage wieviele Soloselbstständige die sich leisten können. Macht noch eine Umfrage wieviele Soloselbstständige in einer Fliesenlegerinnung sind. Weiterhin macht eine Umfrage was die Fliesenlegermeister der Innungen gegen die Abschaffung des Meisterzwanges im Fliesengewerbe getan haben. Im Ergebnis werden sich viele Fragen von selbst beantworten. Einzelkämpfer, welche die Zeitschrift Fliesen und Platten abonieren, sollten dieses Abo kündigen, denn das Fliesenlegen lernt man dort nicht. Kauft euch lieber das wesentlich kostengünstigere Compact-Magazin.

  • Hallo Herr Schubert
    zu den Zeitungen kann ich wenig sagen, ich bin Elektriker gewesen, aber auf der Veranstaltung wuirde konkret von der Zeitung unterstellt, das die Solo`s keine gute Arbeit abliefern, wurde deshalb auch persönlich als Referent angegriffen, weil ich dies nicht unterstützte, aus diesem Grund habe ich empfohlen diese Zeitung nicht zu Abonieren, weil man als Solounternehmer die bezahlt, die gegen einen sind, zudem für einen hohen Preis, mir viel auf, dass dort alte Themen angesprochen wurden die ich schon vor über 10 Jahren mit Handwerker durchgefüht hatte; und zwar die konkrete Form der Zusammenarbeit von Solos an einem Projekt in einem vernüftigen rechtlichen und persönlichen Rahmen.
    Die Umfagen hören sich gut an, aber wir kommen im Moment nicht dazu, weil viele Mitglieder Mahnungen von der Soka erhalten haben und diesen Mitgliedern im Moment die Aufmerksamkeit gilt. Die Anregeung ist trotzdem gut und werden darüber nachdenken