Wo bleibt die Solidarität bei fehlenden Beiträgen

Liebe Mitglieder – insbesondere liebe zahlende Mitglieder,

in den letzten Wochen kristallisiert sich für mich das heraus, was mir im Bezug auf das deutsche Handwerk bei den Gesprächen mit einigen Firmen, mit den Kammern, mit Kassen und mit Lieferanten immer mit auf den Weg gegeben wurde.

Es gibt solche und solche. Natürlich gibt es auch „solche Solo – Selbstständige“ und „andere Solo – Selbstständige“.

Was ich damit sagen möchte, ist ganz einfach. Wir alle sitzen in einem Boot, weil wir uns genau das selbst ausgesucht haben. Niemand wurde dazu gezwungen, dem Verband IVEB beizutreten, weiter wurde niemand dazu gezwungen, sich gegen die willkürlich festgesetzte Ausbildungsabgabe der SoKa Bau und der SoKa Dach zu wehren. Jedoch erwarten wir, insbesondere ich und die zahlenden Mitglieder, dass jeder, der sich dem Verband angeschlossen hat auch seinen Verpflichtungen nachkommt. Leider tun dies nicht alle.

Meine Mitstreiter mögen mir verzeihen, dass ich in diesem Artikel hauptsächlich in der „ICH – Form“ schreibe, aber es werden keine „Einstellungen“, „Meinungen“, oder „Entscheidungen“ im Namen aller veröffentlicht, die nicht zuvor intensiv miteinander abgestimmt sind. Da es hier hauptsächlich um mein persönliches Empfinden geht, verfasse ich diesen Text als persönlichen Brief an alle und meine lieben Mitstreiter sind dazu aufgefordert, sich dem Text anzuschließen, oder selbst einige Worte zu verlieren.

Im Monat April habe ich 330 Stunden für den Verband gearbeitet. Abschluss der Arbeiten, die sich bis in den Monat Mai hereingezogen haben, war die sehr mühsame Überprüfung unserer sehr umfangreichen Buchhaltung.

Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass alleine in den ersten 1000 Rechnungsnummern noch immer 255 Nichtzahler enthalten sind. Dies bedeutet, dass alleine unter den ersten 1000 Verbandsmitgliedern noch immer über 255 ihren Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2016 nicht bezahlt haben. Weiter haben bis dato 200 Mitglieder aus dem Jahr 2015 ihren Mitgliedsbeitrag nicht entrichtet.

Für jedes einzelne Mitglied, egal, ob es seinen Mitgliedsbeitrag entrichtet hat, haben wir gearbeitet. Mit den bei uns angemeldeten Mitgliedern rechnen und kalkulieren wir. Anhand der erreichten Mitgliederzahlen, über die wir grundsätzlich sehr stolz sind, verhandeln wir unsere Verträge mit unseren Rechtsvertretern u.a. Wenn jetzt mehr als 25% unserer Mitglieder aus welchen Gründen auch immer ihre Beitragsrechnungen nicht bezahlen, bringen genau diese im laufe der Zeit unser Projekt von momentan stabilen Beinen ins Wanken. Insgesamt belasten die, die ihre Beitragsrechnungen nicht bezahlen eines jeden einzelnen ordentlichen Zahlers. Der Verband macht seine Arbeit grundsätzlich weiter, jedoch werden die Kosten, die durch Nichtzahler entstehen irgendwann von den Gesamtmitgliedern zu tragen sein. Genau das kann nicht sein.

Nach Rücksprache mit unserem Vorstand und unserem künftigen Mitgliederbeauftragten – er bildet die Schnittmenge zwischen Mitglied und Verbandsführung – werden alle, die, die sich dem Verband angeschlossen haben und ihre Beitragsrechnungen für die Jahre 2015 & 2016 nicht bezahlt haben, nun etappenweise angemahnt. Es wird aufgrund der entstehenden Kosten hierfür eine entsprechende Mahngebühr erhoben.

Weiter möchten wir an alle unsere Mitglieder appellieren. Es geht hier um eure Glaubwürdigkeit als Unternehmer im Bauhandwerk. Es geht um euren Ruf, um euer Auftreten auf dem freien Markt, um euer Verhalten gegenüber euren Lieferanten und Großhändlern. Der Verband IVEB zahlt seine Rechnungen grundsätzlich unverzüglich. Genau das erwartet ihr auch von euren Kunden. Wie kann es sein, dass über 25% ihre Beitragsrechnungen schlichtweg ignorieren?

Hierzu noch eines: Der Vorwurf der Ignoranz ist nicht aus der Luft gegriffen. Mir fällt aktuell vermehrt auf, dass mit Eintreffen des Mahnbescheides durch die Amtsgerichte Berlin und Wiesbaden schnell mit monatelanger Verspätung die Beitragsrechnungen beglichen werden. Viele derer, die keinen Druck haben, ignorieren die Beitragsrechnungen weiterhin. Das Argument, die Beitragsrechnung sei „aus versehen in das Lieferscheinfach gerutscht“ habe ich nun oft genug am Telefon gehört.

Liebe zahlende Mitglieder: vielen Dank für eure Unterstützung, für euer Durchhaltevermögen & natürlich auch für euer Vertrauen.

Liebe Nichtzahlende Mitglieder: wir sind kein Spaßverein. Wir haben eine funktionierende Buchhaltung, wir müssen im Sinne aller Mitglieder wirtschaftlich denken und handeln und können für euch keine Leistungen auf dem Rücken der anderen erbringen. Wir sind uns sicher, dass ihr dafür Verständnis habt. Auch ihr arbeitet nicht gerne umsonst bei euren Kunden.

Wer unseren minimalen Verbandsbeitrag aus wirtschaftlichen Gründen nicht entrichten kann, sollte sich Gedanken über denn Sinn seiner Selbstständigkeit im Baugewerbe machen. Wer die 90 Euro brutto nicht aufbringen kann, kann auch seinen geschäftlichen PKW nicht betanken – wer seinen geschäftlichen PWK nicht betanken kann, kann seine Baustelle nicht erreichen und wer nicht auf der Baustelle ist, verdient kein Geld.

Der Mahnlauf beginnt am 01.06.2016. Bis dahin werden keine Mahngebühren erhoben.

Beste Grüße & vielen Dank für das Verständnis.

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Kommentare (16)

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  • <Rackwitz>Dann poste doch mal den Link zu dem, was Du gelesen hast! Der Verweis auf dieses dubiose Handwerksbetriebe-Portal ist genauso hilfreich, als wenn ich sagen würde, ich habe ein tolles Buch bei amazon. de gekauft,.....ganz toll ;)
    "Sieht nicht gut aus." ....es sieht nie gut aus, wenn selbstgefällige Lobbyverbände ihre Interessen mit aller Macht in der politischen Gestaltung auf Kosten der Kleinsten mit willfährigen Politikern durchsetzen wollen und auch tun. Und hier ist die Gerichtsbarkeit gefragt, einer Benachteiligung, einer Ungleichbehandlung und Diskriminierung von einzelnen Unternehmern in Deutschland/Europa Einhalt zu gebieten! Wie oft hat das deutsche Verfassungsgericht schon schlecht gemachte Gesetze unserer politischen Klasse gestoppt und einkassiert? Hoffen wir das Beste und ....die Hoffnung stirbt als Letztes, in diesem Sinne.

  • Hallo, ihr Nichtzahler. Handwerker und die, die es werden wollen, sollten eigentlich immer zusammen halten. Diese Regel existiert am Bau eigentlich auch. Solidarität und zusammenhalt vieler hat schon immer was bewegt. Also solltet auch Ihr euren Ar... bewegen. Der Verband ist eure einzige Chance, der Willkür der Soka und somit einer Zahlung von jährlich 900 € zu entgehen. Wenn man Euch euere Rechnungen nicht überweisen würde, werd Ihr warscheinlich die schnellsten beim Mahnen. Entscheidet Euch, zu welcher Seite Ihr steht. Aber Entscheidet Euch !!!

  • Ach ja, es heißt hier: Kampf gegen Soka-Bau und nicht gegen IVEB.

  • Schon peinlich und gänzlich unverständlich, dass sich manche Solo´s erst bewegen und Mitglied im IVEB werden wollen, wenn der Mahnbescheid eintrudelt.
    Die sollten einen solidarischen Jahres- Extra-Beitrag zahlen.

  • Ist es nicht so, das Nichtzahler die neue Website nicht freigeschaltet bekommen?

    Dann lohnt sich auch dieser Brief nicht, den ich jedoch gut finde.


    Lg
    Markus Boltz

  • Hallo Herr Loose,

    habe mit Erstaunen ihren Artikel gelesen - Erstaunen darüber daß - wohlgemerkt freiwillige - Mitglieder nicht willens sind, ihren Beitrag zu zahlen. Beitrag für Leistungen die sie in unser aller Sinne verhindern suchen. Dieser 90 Euro Beitrag sollte für Gewerbetreibende nicht wirklich eine große finanzielle Belastung sein, zumahl er unterm Strich (meines Erachtens nach) sinnfreie Zahlungen laut der SoKa verhindern soll.
    Entweder sind das teilweise Fehler des neuen Sepa-Zahlungs-Systems oder einfach Versäumnisse, die dem zahlenden einfach nur peinlich sein müssten.

    Ich wünsche ihnen und uns allen, daß ihr System in Zukunft ohne solche "Erinnerungen" erfolg bringend weiterläuft.

    Herzliche Grüße, Andreas Weber

  • Seit heute wurde mir nun auch in Erinnerung gerufen das ich zu den säumigen Zahlern gehöre. Das tut mir natürlich wirklich leid zumal es keine Absicht war.
    Es ist komplett untergegangen, was einfach mal passieren kann, und ich denke "jedem" gleich Willkür zu unterstellen, ist auch nicht so schön.
    Ich weiss doch selber wie es ist, auf offene Rechnungen zu warten.
    Also nichts für ungut, das Geld geht raus und die Sache ist erledigt, und sobald ihr Lastschrift anbietet bin ich dabei ! :)

  • Alles auf Null zurück, hier wird ja von 2015 geredet, nee da bin ich raus, das hab ich ja gleich überwiesen.
    Tja wer lesen kann ist klar im Vorteil !!! :):):):):):)

  • Jetzt muss ich auch mal was Schreiben, wer die 90 Euronen nicht bezahlen kann , was macht er denn wenn die Rechnung von der Soka kommt , die haben bestimmt keine lange Geduld.
    Klar haben wir alle Probleme das die Kunden schnell bezahlen aber ich denke dieser Beitrag ist nicht zu hoch.
    Gruss an alle

  • Wir Einzelunternehmer sollten uns über den IVEB organisieren. Je mehr wir sind, umso größer ist die Durchschlagskraft. Viel bringt viel !
    Wir zahlen schon genug an Verwaltungen. Um unsere spätere Rente müßen wir uns selber kümmern. Die Pansionen der Verwaltungstangestellten sind dagegen gesichert. Dank unserer Einzahlungen.